30m Rotary-Dipol Verlängerungsspule

      30m Rotary-Dipol Verlängerungsspule

      Hallo Funkfreunde,

      aktuell benutze ich einen UFB 13 für die WARC Bänder von Fritzel. Die Antenne ist über einem FB 23 montiert. Durch den kauf einer Stepp Antenne sind die Bänder 12 und 17m überflüssig geworden.Um gegenseitige Beinflussung zu vermeiden, möchte ich die Traps vom UFB 13 gegen eine Verlängerungsspule tauschen, so das ich ein 30m Monoband Rotary Dipole erhalte. Oder einen 30m Rotary Dipol selbst neu bauen. Genug Material ist vorhanden.

      Die Antenne hat inkl. der Traps eine Länge von 10,44m. Als Spulenmaterial habe ich 5mm Aludraht.

      Hat jemand von Euch bereits einen solchen Umbau durchgeführt? Wenn ja welche Verlängerungsspulen mit welcher WIndungszahl und Durchmesser hat er eingesetzt?
      Ist die Position der Spulen knapp 2m am Ende OK? Oder besser näher am Speisepunkt wie es Optibeam baut?

      Könnt Ihr mir bitte einen Tipp geben wie groß die Verlängerungsspule bei einer entsprechenden Güte sein sollte (Durchmesser, Windungszahl, Spulenlänge).


      Ich freue mich über jede Antwort.



      vy 73 de Stefan DL1STG
      Hallo Stefan, DL1STG,

      vorab: ich habe eine solche Antenne noch nicht gebaut. Aber vielleicht kommen
      hier noch Infos von OMs/(X)YLs, die dir unmittelbar weiterhelfen.

      Nachfolgend also nur einige Gedanken zu einer solchen Antenne.

      Zunächst würde ich die Antenne mittels "MMANA" in denkbaren Varianten
      simulieren und aus den gewonnenen Daten die Konsequenz für eine Realisierung
      ziehen.

      Neben der Variante mit symmetrisch in den beiden Dipolhälften angebrachten
      Verlängerungsspulen wäre sicherlich auch interessant, eine Variante mit zentraler
      Verlängerungsspule zu simulieren, Einkoppelung der HF dann über Link-Wicklung
      oder auch symmetrische Abgriffe.

      Da ist dann m.E. etwas "trial and error" mit Antenne in erreichbarer Höhe angesagt,
      soweit es die Optimierung des SWR betrifft.
      Jedenfalls brauchst du dann nur eine (fette) Spule in der Strahlermitte, plus
      evtl. Link-Spule, wofür m.E. eine Drahtdurchmesser von 1,5mm reichen soillte.
      Die Spulen würde ich von oben durch eine nicht-leitende Haube (Kunststoff)
      abdecken.

      Wenn möglich, würde ich die Strahlerlänge nicht unter 10m (end to end) wählen,
      wegen des Wirkungsgrades. Das kannst du aber in den Simulationen aus den "Gain"-
      Werten ablesen, ab welcher Strahlerlänge der Wirkungsgrad signifikant abbricht.

      Bei den Q-Werten der Spule(n) würde ich ein Q von 100 bis 200 ansetzen.

      Selbst bei signifikanter Verkürzung des Strahlers sollte die SWR-Bandbreite
      (z.B. 2:1) nicht der limitierende Faktor sein, da wir auf 10MHz ja eh' nur ein 50KHz
      breites Frequenz-Fenster zur Verfügung haben.

      Ich hoffe, du bekommst hier noch weitergehende Infos für dein Vorhaben.

      73, Klaus, DK3QN

      dk3qn.com
      Hallo Klaus,

      danke für die Antwort.
      Die Länge der Antenne sollte unverändert eines UFB 13 bleiben, also knapp 11m.
      Mein Gedanke bestand darin, die vorhandenen Traps gegen eine Verlängerungsspule zu tauschen und den Rest der Antenne unverändert zu belassen.
      Ich hatte gehofft, das ein HAM aus diesem Forum einen solchen Umbau bzw. Eigenbau schon einmal duchgeführt hat und seine Erfahrung mit uns teilt.

      Danke für Deine Gedanken.

      vy 73 de Stefan,DL1STG
      Hallo Stefan,

      Du willst die Verlängerungsspulen für 30m an Stelle der Traps einfügen? Richtig?
      Dann brauchst du dort in die Rohrenden passende Isolier-Teile, am besten aussen gedreht
      auf Innen-Durchmesser der Rohre und in der Mitte deutlick dicker als Wickelkörper für die
      Spule(n).

      Hast du eine Drehbank oder hast du jemand an der Hand, der dir das z.B. aus einem
      Nylon-Stück drehen kann?

      Oder willst du mit einem passenden Fiberglas-Rohrstück die beiden Rohre voneinander
      isolieren und die Spule freitagend mit Absrtand darum herum wickeln?

      Wenn du mir die Maße der jetzigen Antenne, also Rohrlänge bis Trap und Rohrlänge nach
      Trap in Richtung aussen mitteilst, dann würde ich 'mal versuchen, mit MMANA das Teil zu simulieren.
      Dazu brauche ich auch noch die Aussen-Durchmesser der jeweiligen Rohre.

      Die von Winfried als Info-Link gezeigte Antenne entspricht der Variante, die ich in meinem
      ersten Post hier zum Thema auch beschrieben habe: zentrale Verlängerungsspule in der Mitte
      des Strahlers. Da ist der Strahler eh' unterbrochen und die Spule wird einfach (mechanisch
      stabilisiert, natürlich) dazwischen geschaltet.

      73, Klaus, DK3QN

      dk3qn.com
      Hallo,

      vielen Dank für die Antworten.

      Winfried danke für den Link. Das ist ein interessanter Ansatz und auf jeden Fall bei einem Eigenbau (Neubau) zu überlegen. Die Antenne scheint mir bei einer Länge von 7,60m schon sehr verkürzt. Der UFB Rotary Dipol hat eine Länge von 10,3m, was für einen höheren Wirkungsgrad spricht.
      Den UFB 13 möchte ich eigentlich weiter verwenden, halt nur als Monobander für 30m.

      Klaus, Du hast es richtig dargestellt. Ich möchte die Traps gegen Spulen tauschen um einen Monobander für 30m zu erhalten.
      Das Material und die Mittel um die Isolier-Teile zu fertigen sind vorhanden.
      Freitragende Spulen halte ich für die bessere Wahl, da es Gewicht am Antennenende spart und die Antenne nicht so durchhängt.
      Wenn Du die Antenne neu berechnen könntest, wäre ich Dir sehr dankbar, da ich mich mit MMANA noch nie beschäftigt habe.
      Kann MMANA auch Spule mit einrechnen?

      Die genauen Maße entnehme bitte folgendem Link.
      hofi.de/pdf/de/FR%206131.5.pdf

      Vielen Dank für Eure Infos und Hilfe.



      vy 73 de Stefan, DL1STG

      Simulationsergebnis

      Hallo Stefan, DL1STG,

      ich habe die Antenne in der von dir bevorzugten Variante mit
      2 Verlängerungsspulen statt der Traps 'auf die Schnelle' mit
      Hilfe von MMANA-GAL simuliert und die Ergebnisse in einem kleinen
      Dokument für dich zusammengestellt.

      Das Ergebnis sieht erfreulich aus.

      Das Dokument in PDF-Form kannst du hier von meiner website herunterladen:

      dk3qn.com/files/antenna/UFB13mod30m/UFB13_mod_30m.pdf

      73 und 55

      Klaus, DK3QN

      dk3qn.com

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „DK3QN“ ()

      verkürzter 30m Dipol nach G3YEU

      Falls ich mich eben nicht "ver-simuliert" habe, dann hat der von G3YEO
      vorgestellte, verkürzte 30m-Dipol (ca. 2x 3,8m Strahler mit zentraler
      Verlängerungsspule) einen "Gewinn" von -1.51dBd.

      Das wäre ein um etwa 1 dBd geringerer Wirkungsgrad im Vergleich
      zur Variante mit Umbau des UFB13 Strahlers.

      73, Klaus, DK3QN

      dk3qn.com
      Hallo Klaus,

      vielen lieben Dank für die tolle Ausarbeitung. Sehr professionell.
      Ein paar Dinge muss ich hinterfragen.

      Wie kommst Du auf den Spulenwert von 5,7 uH? Berechnet MMANA das?
      Um die Antenne als Monobander umzubauen, ersetze ich den Trap durch eine Spule die die gleiche Länge wie der Trap hat, mit dem angegebenen Wert?
      Also Trapläge von 395mm ersetze ich duch einen Isolierelement und bringe dort eine Spule von 5,7 uH auf?
      Darauf beruht Deine Berechnung?
      Oder reicht es eine Spule von 5,7 uH einzusetzen die nicht so Lang ist?

      Ich freue mich auf Deine Antwort.

      vy 73 de Stefan DL1STG
      Hallo Stefan,

      zunächst: ich bin kein MMANA-Profi, nutze das Programm hauptsächlich
      für die Beurteilung des Abstrahlverhaltens meiner Antennenprojekte.

      Z.B. für die Frage, ob man bei einer Triple-Leg-Antenne, also eines
      Vertikalstrahlers mit drei schräg nach unten gespannten, isolierten
      Radials, tatsächlich drei Radiale braucht für Rundstrahlung oder ob
      nicht bereits zwei Radiale ausreichen dafür.

      Erkenntnis: es reichen dafür bereits zwei Radiale (dazu habe ich im
      web übringens eine lustige Anekdote über den Hergang der Erfindung
      der Triple-Leg-Antenne gelesen).

      Zu deinen Fragen:

      L-Wert:

      ich habe die Simulation zunächst einfach mit einem L von 5 uH
      begonnen (Überschlagswert) und war dann nach drei Iterationen bei
      dem Wert von 5.7uH angelangt (Resonanz und bestes SWR bei 10.120MHz).

      Wahrscheinlich kann MMANA das auch automatisch finden.

      Trap-Länge:

      die UFB13 Traps bestehen mit Sicherheit jeweils eigentlich aus zwei Traps
      in Serie und in demselben Trap-Gehäuse: ein Trap für 12m und kurz dahinter
      der für 17m.

      Für 30m wirken die beiden Trap-Spulen (je Trap) in Serie geschaltet zusammen.
      Zwischen den Spulen wird es wohl eine Verbindung von einigen Zentimetern
      geben, die elektrisch auch wirksam ist.

      Wenn du die Traps durch Verlängerungsspulen ersetzt, musst du diese nicht
      genau so lang machen wie die Traps. Mach' sie einfach so lang, wie praktikabel
      und mach' den Feinabgleich auf optimales SWR einfach durch geringfügige
      Längenänderung z.B. des äüßersten Rohres.

      73, Klaus, DK3QN

      dk3qn.com

      DL1STG schrieb:


      Oder einen 30m Rotary Dipol selbst neu bauen. Genug Material ist vorhanden.


      Die Länge der Antenne sollte unverändert eines UFB 13 bleiben, also knapp 11m.
      Mein Gedanke bestand darin, die vorhandenen Traps gegen eine Verlängerungsspule zu tauschen und den Rest der Antenne unverändert zu belassen.
      Ich hatte gehofft, das ein HAM aus diesem Forum einen solchen Umbau bzw. Eigenbau schon einmal duchgeführt hat und seine Erfahrung mit uns teilt.
      man kann natuerlich alles verkomplizieren und dabei noch schiffbruch in der elektrischen oder mechanischen ausfuehrung erleiden.

      die erfahrungen eines praktikers:

      im leben wuerde ich nicht die verkuerzung fuer 10mhz, der noch fehlenden 1,80m je seite ueber spulen realisieren. es sei denn, es wuerden allerdringendste gruende gegen die fullsize variante sprechen (die mir natuerlich nicht bekannt sind). ob rotary 11 oder 14komma nochwas meter, ist optisch von unten kaum noch wahrnehmbar. solange die enden nirgendwo haengen bleiben.... und auch dann waere meine erste wahl die enden zu knicken oder mechanisch besser als kreuzspeiche auszufuehren. bei einer doppelspeiche sind das dann noch jeweils theoretische 50cm. alles andere, ob 2 spulen oder eine zentrale, ist doch nur fehlerriskanter aufwand, der in keinem verhaeltnis steht. 2x7,5 meter sind bei geschickter auswahl der rohrabstufung beherschbar bei minimalem bis null durchhang. oder eben abgespannt.

      und dennoch, in aller kuerze:

      bei mittiger spulenpositionierung in der elementhaelfte

      ca. 5uH
      ca. 10 windungen im verh. 1 zu 2 (durchmesser zu spulenlaenge)

      immer auch in abhaengigkeit zu den rohrdurchmessern etc. pp.

      so wuerde ich mich mal rantasten.

      wenn ich nicht vorbehalte gegen die trombone elemente haette, wuerde ich dir ja zum tausch des strahlerelementes deiner steppir raten.
      73s dh1tt - oliver/bavaria

      DX begins at the noisefloor!
      Suck it and see!


      Zu fragen mag eine momentane Schande sein,
      aber nicht zu fragen und unwissend zu bleiben
      ist eine Schande fürs Leben!!

      Ist er umgebaut?

      Hallo Stefan, ist dein UFB13 schon ein 30m Monobander?
      Auf der Suche nach dem Wahren und Ganzen stellt man immer wieder fest, dass die Grenzen, die einem gesetzt sind, doch zu Kompromissen zwingen.
      Der UFB13 funktioniert doch schon auf 30m, wenn er mechanisch nicht verlängert wird, macht ein Umbau doch keinen Sinn. Der Trapp hat insgesamt 50 Windungen (31 innen/19 außen), damit wird der Strahler auf die Länge von ca 2x 7,50m gebracht. In Verbindung mit dem über gestülpten Rohr (=C) hat der Trapp noch Sperrfunktion für 17/12m, sodass der Dipol auf den 3 WARC Bändern resonant ist.
      Bei meinem UFB 13 noch original Fritzel, waren die Trapps genietet, was durch Oxidation Probleme machte. Ich habe die Trapps auseinandergebaut und gemäß den älteren Fritzel Trapps mit v2A Blechtreibschrauben und V2A Unterlegscheiben umgebaut, dabei neu Kunststoffkappen eingebaut, der Dipol hat wieder seine ursprünglichen Werte.
      Wenn er wirklich umgebaut werden soll, dann müssen die Trapps raus, die "Verlängerungsspule" gehört an den Einspeisepunkt. Hinbekommen könnte man das mit einer Teflonstange, die in beide Hälften des Alurohres eingeschoben und fixiert wird und die die Dipolhälfte soweit auf Distanz hält, dass die Verlängerungsspulen noch aufgebracht werden können, hier wären Luftspulen hoher Güte wohl die beste Wahl.
      Das ganze gibt es auch fertig von Optibeam OB1-30.

      berichte doch mal, wie es gelaufen ist.

      vy 73

      Hartmut
      DJ8MV
      Ich würde mir auch das Konzept von Force12 mit deren "Linear-Loading" ansehen für Gleichstrom-Dipole... hi

      Vom Prinzip her wird der Strahler (auf jeder Seite) mittels Isolierstück aufgetrennt und dann wird auf einen Halter am Boom mittels Kupferdraht zurückgefahren, umgelenkt (mit entsprechendem horizontalem Abstand, etwa ein halber Meter) und dann zurück auf das äußere Element des Strahlers. Dadurch ergibt sich eine deutliche mechanische Verkürzung, bei 40m ist der Dipol 10m lang.

      Der Vorteil der Sache ist: Sie kommt ohne Traps aus und ist durch verschieben der Kurzschlußbrücke welche die Drähte verbindet, gut abstimmbar. Hält dementsprechend auch jede Leistung aus die es durch den Balun schafft. Wenn das für 40m geht, gehts auch für 30m.

      Vielleicht mal auf der Hersteller-Seite sich den EF140 Dipol ansehen, für nähere Details wie sowas aufgebaut wird. Ist sehr easy!

      73, Roland OE5RBO