Spannungsabfall bei Sendung verhindern

      Spannungsabfall bei Sendung verhindern

      Hallo,

      ich habe bei mir zu Hause in allen Räumen 220 Volt gemessen. Dieser Wert schwankt nur minimal. Ich wohne auf einen Dorf und die Stromversorgung der Häuser hier wird noch altmodisch über Freileitungen realisiert. Wenn ich mit meiner Kurzwellen-PA auf Sendung gehe (ca. 500 Watt), fällt die Spannung auf ca. 215 Volt ab. Ist das normal? Der Hersteller meiner PA gibt an, dass 215 Volt das absolute Minimum für die PA sind um die volle Ausgangsleistung zu erreichen. Welche Möglichkeiten habe ich die Spannung zu stabilisieren? Gibt es ein Gerät zum zwischen schalten (Puffer)?

      73 de Torsten - DL9GTB
      Die Spannung sollte eigentlich 230V betragen. Die Freileitung hat mit dem Problem nichts zu tun, auch sind die 5 Volt unkritisch: Falls es sich um eine Röhren-Pa handelt, ist es wichtig, daß die Röhren nicht unterheizt werden, die kurzen Sendephasen sind dafür unerheblich. Von magnetischen Konstanthaltern kann ich nur abraten: Oberwellenbildung!
      Ein leichtes Flackern einer Glühlampe am selben Stromkreis ist normal. Ich würde u.U. eine separate Leitung verwenden, die direkt vom Zähler zu Dir ins Shack führt.
      Gruß Mike
      Hallo zusammen,

      der Spannungseinbruch ist ganz einfach zu erklären: Der liegt am Netzinnenwiderstand, der von verschiedenen Faktoren abhängt, z.B. von Innenwiderstand des Mittelspannungstrafos, von der Länge, dem Querschnitt und dem Leitermaterial aller Leitungen zwischen Mittelspannungstrafo und Verbraucher, von der aktuellen Netzlast (also dem Strom auf der Versorgungsleitung) und noch einigen anderen Faktoren mehr.

      Die von dir gemessenen Werte sind vollkommen normal und nicht zu beanstanden. In DL gilt zur Zeit: 230V +/- 10% am unbelasteten Hausanschluß. Das ist dann 207 bis 253 V.

      Da die zuvor genannten Werte vollkommen normal sind, muss gewährleistet sein, dass bei Netzspannungen zwischen 200,1V und 253V die angeschlossenen Geräte weder Schaden nehmen noch davon eine Gefährdung für den Benutzer ausgeht. Sollte die PA wirklich eine Mindestbetriebsspannung von 215V benötigen, so ist sie nicht für die durch die Normung vorgegebenen Randbedingungen eines Steckdosenstromkreises in DL geeignet. Durch konstruktive Maßnahmen muss also sichergestell werden, dass die mindestens 215V Betriebsspannung eingehalten werden. Das ist in DL nicht möglich, weil Spannungen unter 215V an der Steckdose bereits im Leerlauf zulässig sind.

      Unter Nennlast darf die Spannung am letzten Anschlusspunkt um 3% einbrechen, wovon 0,5% (der Nennspannung) auf die Strecke zwischen Hausanschluß und Messeinrichtung und 2,5% (der Nennspannung) zwischen Messeinrichtung und dem Anschlusspunkt (der hier die Steckdose ist und nicht der Netzeingang der PA) entfallen dürfen. 3% von 230V sind 6,9V, also sind Spannungen an der letzten Steckdose zwischen 200,1V (bei Nennlast von 16A) und 253V im Leerlauf zu erwarten und als normal zu bezeichnen.

      Berechnung des maximalen Netzinnenwiderstandes, unter der Annahme, dass es sich um einen Stromkreis mit Schukosteckdose handelt, die mit Leitungsschutzschalter 16A B abgesichert ist: R = U/I = 6,9V / 16A = 0,43125 Ohm. Bis zu diesem Wert werden die Grenzen für den Spannungsfall eingehalten. In der Regel stehen am Hausanschluss max. 0,2 Ohm Netzinenwiderstand an. Bleibt also ein Rest von 0,23125 Ohm für das Leitungsnetz innerhalb des Hauses übrig. Unter Vernachlässigung der Leitung zwischen Hausanschluss und Zähler (kurz und dick => wenig Widerstand) dürfte die Stromkreisleitung bei den üblichen 1,5mm² Leitungsquerschnitt und Kupferader l= 1/2 x R x Kappa x A = 0,5 x 0,23125 Ohm x 56 x 1,5 = 9,71m lang sein.

      1/2 kommt zustande weil ja der Strom den Hin- und den Rückleiter durchfließen muss, 56 ist die spezifische Leitfähigkeit von Kupfer in m / (Ohm x mm²) und 1,5 der Querschnitt der Leitung in mm².

      Unter den genannten Randbedigungen wird der Spannungsfall von max. 3% der Nennspannung eingehalten. Verringerung des Netzinnenwiderstandes am Hausanschluss, Vergrößerung des Querschnittes oder Verbesserung der Leitfähigkeit des Leiters vergrößern die maximale Leitungslänge zur Einhaltung des Spannungsfalles.
      vy 73 de DH8DAP, Frank aus Schwelm nr Wuppertal, JO31PG
      www.golf19.de

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „DH8DAP“ () aus folgendem Grund: Dreckfuhler und Ergänzung zum Thema Spannungsfestigkeit von Geräten

      Hallo Torsten,
      von der Sache her -> verkaufen und eine andere PA kaufen :) Irgendwas mit FETs drin und Schaltnetzteil ...
      Alternativ, bei Röhren PA, wenn du es so eng nimmst, dann kommt da noch ein Trafo rein, der deutlich mehr als die Röhrenhezspannung kann beim Röhrenheizstrom und dann werden die Röhre(n) mit stabilisiertem Gleichstrom geheizt - fertig. (Längsregler oder Schaltregler)
      Der Rest ist eh "Wurscht" .... bei den Relais sollte es auf 20% nicht drauf ankommen und bei der Anodenspannung sowieso nicht, ein vorhandenes Gitter2 wird eh stabilisiert.
      Bleibt nur noch eine Skalenbeleuchtung usw. ..aber das wirst du ertragen :)
      Mein Gott, und ob 500W oder 450W wegen fehlender Anodenspannu7ng...das merkt doch sowieso keiner!

      Dritte Alternative - keine Leistung ziehen :) = kein Strom = kein Spannungsabfall .
      Ach ja... man kann sich auch für eine grössere Summe eine USV hinstellen... dafür kriegst du aber paar Endstufen !

      Also letztlich ein wenig Wissen um das warum ... wobei : was für ein Hersteller ist denn das ? Früher war es bei russischen Oxid-Kathodenröhren immer unkritisch, diese zu überheizen ( 13.6 statt 12.6 V war nie das Problem , nur 12V statt 12.6 Volt war stark lebensdauerverkürzend). Gleichstromheizung ist bei Wackelnetzen immer eine gute Idee ( auch bei kleinen Aggregaten).

      Ich kann mich an Berichte erinnern, dass abends aus dem TRX allein mehr Power kam, als aus TRX + nachgeschalteter L7B PA ( in CT3 ... am Ende der Freileitung, abends bei 160..180V)

      Fred
      Vielen Dank für die zahlreichen und ausführlichen Antworten. Da ich im kommenden Jahr meine Funktechnik auf den Dachboden verlege, werde ich für meine Röhren-PA eine eigene Leitung direkt vom Sicherungskasten vorsehen. Ich denke das ist die einfachste Lösung, da der Dachbodenausbau noch nicht abgeschlossen ist. Hab wieder einiges dazu gelernt, nochmals Danke. :thumbup:

      73, Torsten - DL9GTB
      Warum so kompliziert ?
      Einfach x die Leerlaufspannung am Hausanschluss messen, alle grösseren Verbraucher aussachalten. Dann x eine 1- oder 2KW Heizung anschliessen, so nahe wie möglich am Hausanschluss, und wenn möglich noch andere normale Hausverbraucher. Das ergibt dann schon zumindest x Auskunft darüber ob bereits bei der Einspeisung ein Spannungseinbruch entsteht. Wenn ja, ist der Fall ja klar. Wenn nicht wohl auch, dann sind die Zuleitungen zum Shack halt zu klein.
      Aber bitte immer die gleiche Phase nehmen ist doch Logo. hi
      73 Andy
      LX1DA/LX8RTTY
      @Frank, Super Erklärung, so habe ich es x gelernt, aber das verstehen eh nicht vle.