Umbau Yaesu Kurzwellen Endstufe FL 2100 B

      Umbau Yaesu Kurzwellen Endstufe FL 2100 B

      Hallo Zusammen,

      ich habe eine FL 2100 B Kurzwellen Endstufe von Yaesu. Ich möchte diese umbauen, dass sie die WARC - Bänder 30, 17 und 12 Meter ( vorrangig 17 und 12 Meter ) auch kann. Ich bitte um Informationen ob dies möglich ist und welcher Aufwand dahinter steckt. Herzlichen Dank im Voraus für die Mühe!

      55 73 de Rainer ( DL 6 NDU )
      Hallo Rainer,
      das Problem bei der PA FL-2100B ist die Eingangsbeschaltung der Kathoden-Einkoppelung, siehe:

      bcdxc.org/fl2100b_man.pdf auf Seite 23 findet man die Eingangsfilter ohne Induktivitätsangabe. Wenn Du die Induktivitäten der 80m, 20m und 10m messen könntest, kann man eine Breitbandanpassung berechnen.

      1. Die Einspeisung auf 80m hat ein C 1000 pf gegen Masse, L202 ??? in Serie und einen C 1000 pf in Serie zur Kathode eingebaut

      2. ... auf 20m sind am Eingang 350 pF gegen Masse, L204 ??? in Serie, 250 pF gegen Masse und 1000 pf in Serie zur Kathode eingebaut

      3. ... auf 10m sind am Eingang 200 pF gegen Masse, L206 ??? in Serie, 100 pF gegen Masse und 1000 pf in Serie zur Kathode eingebaut

      Was gut wäre, die Spule L202 zu messen, das sollte so gehen und auf 10m (Anschlüsse vor und hinter L206 ablöten und L messen.

      Dann könnte man die Eingangsfilter mit einem HF-Breitband-Spartrafo mit Kompensation ersetzen, was dann Deinem Ziel näher kommt.
      In der Auskoppelung sehe ich kein Problem, nur in der Einkoppelung, siehe angehängtes Bild...

      73
      Gerhard

      Nachtrag: eine Messung der HF-Spannung könnte auch helfen. Ich schlage vor, 10pf an den unteren Drehschalter oben, dort wo das im Schaltbild nach links geht, eine Diode in Reihe und einen 1000pf Keramik-C gegen Masse einbauen und den Ausgang durch ein Loch nach ussen zum Messen über ein Kabel der HF-Spannung leiten.
      Das kann helfen, denn meine FL-2100B brachte mit 40W PEP Ansteuerung auf 80m 850W PEP und 660W PEP auf 10m. Ich kann das leider aus gesundheitlichen Gründen nicht messen.

      Für das 80m Band kann man erkennen, das die die 50 Ohm schon herunter transformiert werden müssen (siehe Anpassung).
      Dateien

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      Danke, Gerhard,

      für Deine Hinweise. Ich bin in meiner Gedankenlosigkeit gar nicht darauf gekommen, dass die Eingangsseite fast jeder PA der kritischere Schaltungsteil ist, wenn es darum geht, eine PA zu modifizieren oder zu erweitern.

      Wenn man die Kathodendaten der beiden 572B kennt, kann man die Eingangsbeschaltung mit Schaltungssimulation sehr schön nachvollziehen und Erweiterungen "erfinden". Oder man ersetzt - wie Du schon vorgeschlagen hast - die Eingangsbeschaltung durch einen Bandpass und einen Breitbandtrafo. So habe ich das bei allen von mir gebauten Röhren-PAs erfolgreich gemacht. Details dazu kann man meiner Webseite

      dk4sx.darc.de

      der Rubrik "Projekte" entnehmen.

      73, Uli, DK4SX

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      DJ8DI schrieb:

      Hallo Rainer, ich habe einmal in einer Endstufe FL 2100Z den Bandschalter erneuert und meine Meinung dazu ist " Lass es sein"
      73 Horst DJ8DI
      Hallo Rainer,
      Ich kann Horst da nur zustimmen. In der Endstufe ist so wenig Platz. Alles ist dicht gedrängt, in der FL2100Z natürlich noch mehr. Arbeiten daran sind sehr mühsam.
      Du könntest dich ja theoretisch aus den Ersatzteilen der FL2100Z bedienen, als da wären die Bandschalterebenen mit entsprechend mehr Positionen, die Eingangsfilter für die WARC-Bänder, so wie evtl. eine andere Anodendrossel. Vergleiche doch vorher die Anodendrosseln von FL2100 und FL2100Z. Es könnte sein das die der FL2100 ausgerechnet auf einem der WARC-Bändern eine Eigenresonanz hat...
      Aber der Aufwand ist doch ganz enorm und meiner Meinung nach die ganze Sache nicht wert.
      Wenn du aber weiterhin Betrieb mit der FL2100 machen willst empfehle ich dir die Seite von W8JI anzuschauen. Er gibt dort einige recht sachdienliche Hinweise.
      Vom Umbau auf einen Bandpass + Breitbandtrafo rate ich ab. Die 572B ist eine recht unstabile Röhre bedingt durch ihren wenig HF-gerechtem Aufbau. Daher ist ihre Steuerimpedanz auch nicht nur mit einem Widerstand und einer Eingangskapazität zu beschreiben. Der übliche Weg einen Tiefpass auf der realen Steuerimpedanz aufzubauen und die Röhreneingangskapazität in dem kathodennahem Kondensator mit einfließen zu lassen wird gerade auf den höheren Bändern nicht zum Erfolg führen. Auch Uli´s Umbau der 30L1 zeigt auf den höheren Bändern deutliche Kompromisse.
      73, André
      EDIT PS: Gerade noch mal nachgeschaut.
      1. Die Anodendrosseln der FL2100b und der FL2100Z sind definitiv nicht baugleich.
      => Ein Tausch wäre beim Betrieb der FL2100 auf den WARC-Bändern nötig.
      2. Um die Eingangskreise in der kleinen Box unterzubringen, sind diese bei der FL2100Z fest abgestimmt. Es gibt eine kleine Platine für die Ringkernspulen und einige Cs. Die restlichen Cs hängen im Freiflug an den beiden Bandschalterebenen. Das nachtäglich in der FL2100 unterzubringen ist Strafarbeit...
      Durch die feste Abstimmung ist man darauf angewiesen möglichst Röhren im Originaldesign zu erhalten, also im Idealfall die Cetrons. Bei der heutigen Marktlage der 572B ist das eine nicht unerhebliche Einschränkung. Man zahlt also bei der 2100Z für die WARC-Bänder und 160m einen recht hohen Preis.
      Die abstimmbaren Eingangskreise der FL2100B sind heutzutage ein nicht zu unterschätzender Vorteil...

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      Hallo Rainer,
      bei der Gelegenheit habe ich mir auch noch mal die BIAS und S/E Umschaltung der beiden Endstufen angeschaut.
      So einen grandiosen Unfug sieht man auch nur selten. Sowohl bei der B- als auch bei der Z- Ausführung kann man nur die Hände über den Kopf zusammenschlagen, angesichts dieser geballten Ladung technischem Unvermögens.
      Falls du also wirklich deine Endstufe mal zerlegen solltest kann ich dir nur dringends raten auch da mal ein wenig aufzuräumen...
      Bei einer Gitterbasis-Endstufe ist doch wohl nach wie vor am einfachsten das Gitter zumindest galvanisch zu erden und den Arbeitspunkt an der Kathode mit entweder einer dicken Diodenkette oder einer (einstellbaren) Z-Diode zu realisieren. (Siehe auch DK4SX Homepage). Das Sperren der Röhre erfolgt dann über das Hochlegen der Kathode über einen Widerstand von einigen Kiloohm nach Masse. Dieser Widerstand wird dann bei TX mit einem Relais überbrückt. Es gibt also zu keinem Zeitpunkt einen undefinierten Ug-Zustand und das ganze ist freundlicherweise durch Heizdrossel und Netztrafo auch noch frei von HF...
      Das Entscheidende ist, das sich so jede auch noch so exotische Röhre sperren läßt.
      Gleichzeitig ist eine saubere Justage des Ruhestroms möglich.
      Dann könnte man das Waschmaschinenrelais gegen etwas besseres tauschen und das nervige Klappern hat auch ein Ende...
      73, André

      DL6NDU schrieb:

      Hallo, ich bedanke mich für die vielen Aussagen. Nachdem was ich jetzt so gelesen habe frage ich mich ob es wirklich so ein Glücksgriff war, diese Endstufe zu Kaufen. Habe zwar letztlich nur 250.- Euro dafür bezahlt, aber vielleicht währe ich mit etwas anderem besser dran.
      Solange sie auf den klassischen Bändern funktioniert ist doch alles OK.
      Den Preis halte ich für günstig und der Technik angemessen. Die FL2100B ist im BIAS deutlich stabiler als die Z. Das Signal ist dementsprechend recht sauber. Du solltest dich allerdings bei der Aussteuerung in weiser Bescheidenheit üben.
      Die von Gerhard aufgeführten 800W in SSB auf 80m sind zwar machbar aber der Lebensdauer der Röhren recht abträglich.
      Im Datenblatt werden jeder Röhre bei intermittierendem Betrieb 160W Verlustleistung zugestanden. Bei insgesamt 320W Verlustleistung und einem Wirkungsgrad von etwa 65% (durch die durchgereichte Steuerleistung) auf 80m kommt man auf etwa 500W Pout. Tue dir trotzdem den Gefallen und mache eine gründliche Sichtprüfung der PA. Eine gründliche Reinigung, ein Nachölen der Lüfterlager und Überprüfung aller Verschraubungen in regelmäßigen Abständen ist eigentlich Pflicht bei jeder PA. Je nach Alter können da auch mal ein paar neue Netzteil-Elkos fällig werden. Die kosten aber nicht die Welt. Im Falle eines Falles empfehle ich auf jeden Fall die 105Grad Typen namhafter Hersteller. Bei digitalen Dauerstrich-Betriebsarten und ausgiebigem CW ist die Lüftung durch die eingebauten Lüfter eindeutig unzureichend. Hier hilft es einen großen Radiallüfter auf die PA zu legen und locker laufen zu lassen. Die Idee mit dem Autolüfter von PA0FRI finde ich sehr passend. Den Rest seiner Ausführungen geniesse mit Vorsicht. Ansonsten sei gesagt das die meisten PAs wegen Nichtbenutzung und zu eifrigem Schonbetrieb in die ewigen Jagdgründe gehen. Eine PA muß schon ab und zu mal benutzt werden. Und dabei sollte man auch nicht zu kleinlich sein.
      73, André