DMR und tote Pferde

      DMR und tote Pferde

      auf >Anton< wurde geschrieben:



      Auf meinen letzten Beitrag hin habe ich sowohl positive, wie auch negative Rückmeldungen erhalten. Offenbar gibt es eine ganze Reihe OM, die gerne twittern, bzw. dem Gezwitscher der Reichen und Schönen und sonstigen Vögeln folgen.

      Ein Leser hat mich gefragt, was ich denn von DMR halte.
      Auch auf die Gefahr hin, mich in die Nesseln zu setzten, gebe ich darüber gerne Auskunft. Doch für all die OM, die nicht wissen, was DMR ist, hier eine kurze Erklärung:

      Digital Mobile Radio ist eine digitale Modulation, die mit einem Zeitmultiplex-Verfahren arbeitet. Das heißt: Zwei Sprechkanäle werden auf dem gleichen Kanal in unterschiedlichen Zeitschlitzen übertragen. DMR kann deshalb in einem einzigen 12.5 kHz Kanal zwei Sprechwege gleichzeitig übertragen. Bei kommerziellen Diensten wird das für Vollduplex genutzt (Gleichzeitiges Sprechen und Hören).

      Neben C4FM von Yaesu und D-Star von Icom wird auch DMR im Amateurfunk eingesetzt, und in der Zwischenzeit existieren bereits hunderte von Umsetzern, die über das Internet miteinander verbunden sind und so eine weltweite Kommunikation ermöglichen.
      Im Gegensatz zu C4FM und D-Star, wurde DMR zuerst für den kommerziellen Einsatz entwickelt und von den Funkamateuren in der Folge übernommen.
      DMR-Geräte müssen vor ihrem Einsatz programmiert und konfiguriert werden.

      Persönlich finde ich DMR eine interessante Technik, die sparsam mit der Ressource Frequenz umgeht. Sie zu erforschen, auszuprobieren und damit zu spielen entspricht dem Gedanken des Amateurfunks. Für die Pioniere, die kommerzielle Geräte für den Amateurfunk umgebaut und Umsetzter installiert haben, war das sicher eine spannende Aktivität.

      Doch der flächendeckende Einsatz mittels über das Internet verbundenen Umsetzern hat m.E. nichts mehr mit Amateurfunk zu tun. Nicht einmal mit CB-Funk. Da kann man geradesogut das Smartphone mit Skype oder WA benutzen. Funktechnische oder experimentelle Aspekte sind nicht mehr erkennbar. Für die meisten User dürften ihre DMR-Geräte undurchsichtige Blackboxen sein, die sie nicht einmal selbst programmieren können. Das ist sterbenslangweilig.
      Vielleicht mit Ausnahme eines "Haustelefons" für Gruppen mit gleichen Interessen geeignet: Bastler oder DXer, wer weiß. Aber unser weites Spektrum an Frequenzen und Technik hat da spannendere Möglichkeiten für Haus- oder OV-Telefone zu bieten.

      Nicht zu verwechseln ist DMR mit DRM (Digitale Radio Mondiale). Letzteres ist ein digitales Übertragungsverfahren für Lang- Mittel- und Kurzwelle. Ein totes Pferd. Und ein alter Indianerspruch besagt: "Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, solltest du absteigen."

      Vielleicht wäre es auch Zeit bei DMR abzusteigen?




      Bild: Das Klempner-Paradies












      Quelle: http://funkperlen.blogspot.com/feeds/2142413074537969386/comments/default
      Hallo Anton,

      nur, weil Du ein Pferd nicht reiten möchtest, mussts ja nicht gleich für tot erklären :)
      Anstelle dass die Leute die Frequenzen beleben, wird leider immer nur über das Sterben des Amateur- und CB-Funks geschrieben. Hier hilft nich jammern, sondern Betrieb machen.

      Sorry, das musste jetzt raus.
      73s, Dany
      Das Leben ist wie ein Computerspiel:
      Die Handlung ist oft besc****en, aber die Grafik is affengeil !!! 73s, Dany

      QRV: 145.525 MHz (DOK: U10) * 26.985MHz (13 DAN 200) * DB0ANU 439.400MHz / DB0AMB 439.425 (EL: 233842) / DM0TMH 438.7125 (EL: 6000)
      hi
      Dany,

      Grundsätzlich gebe ich Dir absolut Recht. Jeder möge im
      Hobby tun und lassen was Spaß macht.

      Da Du aber über Belebung und Betrieb Machen schreibst
      stellt sich mir als Beobachter dann doch die Frage ob es wirklich sinnvoll ist,
      zusätzlich zum nicht wirklich überbelegten FM noch mehrere Digitale Modi
      parallel zu betreiben...

      Ich habe D-Star weil es in meinem Mobilgerät halt drin
      war.....gespielt habe ich damit auch....so wirklich begeistert bin ich bis heute
      nicht....warum es dann auch noch C4FM, DMR und weitere weniger verbreitete Modi
      braucht um die OMs dann noch weiter zu verstreuen habe ich noch nicht so ganz
      begriffen.

      Ich sehe durchaus, dass man sich dem Fortschritt nicht verwehren sollte, aber warum
      man sich gerade auf das eher umständliche DMR einschießt, welches ja nun
      wirklich nicht zuerst mit dem Amateurfunk im Sinn entwickelt wurde, erschließt
      sich mir noch nicht.

      D-Star wurde ja immerhin von Funkamateuren entwickelt, auch wenn es anfangs nur von
      Icom kommerziell aufgegriffen wurde und die Wahl des proprietären Codecs nun
      auch nicht wirklich optimal ist, so ist es aus meiner Sicht dann doch noch
      deutlich näher am Hobbyfunk als der DMR Betriebsfunk um den ehrgeizige Funkamateure
      fleißig drum-rum-basteln mit dem Brandmeister Projekt um das ganze irgendwie
      nutzbarer zu gestalten. Zu C4FM äußere ich mich erst gar nicht, da ich damit
      noch nie persönlich Kontakt hatte. Ich sehe die angeführten Vorteile, sehe aber
      auch eine weitere Spielerei die erst mal inkompatibel mit den bestehenden Strukturen
      war und wieder umständlich von ehrgeizigen Amateuren mit DMR, D*,..usw.
      vernetzt wird.

      Bitte versteh mich nicht falsch, ich will mich Fortschritt nicht verschließen und
      jeder möge machen was gefällt, aber manchmal denke ich mir halt schon ob es
      nicht schöner wäre wieder alle lokal versammelt auf einem FM Relais zu vereinen
      anstatt auf jedem der Digitalrelais 1,2,3 OMs zu haben die sich dann alle über
      das Internet wieder zusammenschalten… :D

      Ich erreiche von meinem QTH auf 10m/6m/2m/1,25m/70cm nur in FM und D-Star über 75
      Relais und muss halt feststellen, dass die Anzahl der Nutzer meist deutlich
      geringer ist. Das hat hier in den Staaten noch deutlich intensiveren
      Katastrophenschutz Hintergedanken, da Amateurfunk fest in allen Notfall Plänen
      Hand in Hand mit den Behörden eingeplant ist. Aber es ist schon lustig wenn
      man über die Bänder dreht und am Ende auf 10 Relais das gleiche hört, weil alle
      über WinLink, IRLP, Echolink oder D* über weite Gebiete vernetzt sind ;) Naja immerhin ist manchmal
      wirklich noch über Funk Vernetzt und nicht nur über das Internet…



      Soo,
      das waren jetzt mal meine Gedanken zum Thema. Ich freue mich, dass es fleißige
      und begeisterte OMs gibt, die bestrebt sind am Ende wieder alles zusammen zu führen…ein
      Standard wäre halt zu einfach ;)



      Beste
      Grüße aus W7

      Tobias
      ...seit 01/2015 in W7 zuhause. Mitglied im HF-Erzeugerverband DARC & ARRL

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „DO3NSA“ ()

      Was ich besonders interessant finde:

      Echolink ist auch nichts anderes, als über das Internet verlinkte Repeater. Das wurde - damals wie heute - mit großer Breite angenommen, umgesetzt und angewendet. DMR und Konsorten werden genau für diese Technik angefeindet... Ich bin auch kein Freund der digitalen Sprach-Modes - weil es eben keinen EINEN Standard gibt - aber die Argumentation Internet ist schlicht und ergreifend falsch! Wenn man die bringt, muß man alles, was digital funktioniert verteufeln - inkl. APRS, was heute auch großteils übers Internet verteilt wird.

      73 Jörg
      Gut, man kann natürlich alles positiv und negativ sehen, alles hat bekanntlich Vor- und Nachteile. Persönlich habe ich bisher von den digitalen Betriebsarten nur mit DMR zu tun und bissle mit Tetra gespielt. Was Tobias anschrieb, dass es sehr viele Relais gibt, auf denen sich nur einzelne OMs tummeln, die sich nicht finden, kann ich heir nachvollziehen. Das liegtr aber m.E. daran, dass heute jeder OV scheinbar in einem Wettrüsten um die Anzahl der meisten zu verantwortenten Relais ist. Kenne in meiner Gegend 2 Standorte, die mit jeweils mehr als einem Relais bestückt sind. Zeitweise war an dem einen Standort sogar ein 2m-FM- und zwei (!) 70cm-Relais. Das liegt aber nicht nur am Digifunk.

      Leider sind die verschiedenen Standards nicht über einen Knoten verbindbar.

      Der Codec von DStar ist, soweit ich informiert bin, eine kommerzielle Entwicklung von Icom gewesen für japanische Sicherheitsbehörden entwickelt worden und wurde nachher für Amateurfunk noch kommerziell von Icom verwurschtelt.

      73s, Dany
      Das Leben ist wie ein Computerspiel:
      Die Handlung ist oft besc****en, aber die Grafik is affengeil !!! 73s, Dany

      QRV: 145.525 MHz (DOK: U10) * 26.985MHz (13 DAN 200) * DB0ANU 439.400MHz / DB0AMB 439.425 (EL: 233842) / DM0TMH 438.7125 (EL: 6000)
      Hi,
      Es ist interessant zu sehen, dass im Grunde die Grundlegende Problematik von vielen ähnlich gesehen wird, auch wenn die persönlichen Vorlieben evtl. etwas anders sind.
      Das Internet zu verteufeln und nicht zu nutzen wäre natürlich töricht. Für diverse „Notfallszenarien“ ist es mit Sicherheit nützlich auch HF Links zu haben, aber sind wir mal ehrlich…die totale Apokalypse wird uns mit anderen Problemen beschäftigen ;)
      Der D-Star Codec wurde nicht von Icom entwickelt und auch D-Star ist keine Frucht aus Icoms Zucht. Der D-Star Standard wurde von Japanischen Funkamateuren unter JARL Flagge entwickelt und diese hatten (aus welchen Gründen auch immer…man muss da auch zurückdenken was zur damaligen Zeit zur Verfügung stand) sich für die Nutzung des proprietären AMBE Sprachcodecs entschieden.
      Man hatte dann versucht 2001 Partner in der Industrie zu finden und außer Kenwood und Icom hatte niemand Interesse. Ja, Kenwood hatte schon ganz am Anfang an D-Star mitgewirkt! Es wurde von Kenwood damals ein Mobilgerät mit D-Star vorgestellt und Icom hatte auch Geräte präsentiert. Das Kenwood Gerät muss allerdings einer Kooperation mit Icom gefolgt sein, da es im Grunde (zumindest optisch) dem Icom ID-E880 Design gleich sah. Es kam nach der Vorstellung nie in die Läden. Wie dem auch sei, der D-Star Codec AMBE ist nicht Icoms Entwicklung, er basiert auf einer ursprünglich vom MIT entwickelten Technik. Ich habe dazu einen deutschen Wiki Link gefunden:
      Advanced Multi-Band Excitation – Wikipedia

      Grüße,Tobias
      ...seit 01/2015 in W7 zuhause. Mitglied im HF-Erzeugerverband DARC & ARRL

      DO3NSA schrieb:

      Das Internet zu verteufeln und nicht zu nutzen wäre natürlich töricht. Für diverse „Notfallszenarien“ ist es mit Sicherheit nützlich auch HF Links zu haben,

      Hmm, ist denn nicht die HF absolut zentraler Bestandteil unseres Hobbys? Dachte ich bisher zumindest. Dafür habe ich ja auch mal meine Prüfung gemacht. Oder ist die HF inzwischen nur noch für "diverse Nofallszenarien" nützlich und sonst eher "notwendiges Übel" ... ;)
      hi Frank,

      was ich zum Ausdruck bringen wollte, war dass ich durchaus die Vorteile einer Vernetzung über das Internet verstehe.
      HF-Links nach Übersee, egal ob für Echolink, DMR. D*,...usw. gestalten sich vermutlich dann doch schwieriger. Ich persönlich bin absolut bei Dir, ich würde generell direkte Verlinkung wenn möglich bevorzugen.
      Ich nutze persönlich aber auch Relais/Echolink/D* eher selten und habe mobil meist 20m oder 40m laufen, daher kenne ich mich mit Relais Infrastruktur nicht tiefgehender aus.
      Meine UKW Aktivitäten beschränken sich auf 6m/2m/70cm SSB Contests, APRS und hin und wieder dann doch auch mal das lauschen auf den lokalen 6m/1.25m/2m/70cm Frequenzen wenn KW mobil komplett ruhig ist.

      Grüße,Tobias
      ...seit 01/2015 in W7 zuhause. Mitglied im HF-Erzeugerverband DARC & ARRL
      Ok Tobias,

      war dann wohl etwas unglücklich formuliert, hi. Mit HF meine ich übrigens nicht die Kurzwelle sondern die den Begriff "Hochfrequenz" allgemein. Erschreckend finde ich es, dass derzeit fast schon wie selbstverständlich so extrem viel auf das Internet und so wenig auf unsere eigene (Funk-)Infrastruktur gesetzt wird. Die eigentliche HF-Verbindung beschränkt sich somit manchmal nur auf wenige Meter (z.B. vom Handfunkgerät zum Schreibtisch-HotSpot). Der Rest ist dann nur noch Internet.

      Das ist zwar alles nicht verboten und bestimmt auch nicht verteufelt (jeder soll seinen Spaß haben), aber anders herum wäre es doch eigentlich viel schöner, oder? Zur Vernetzung möglichst viele Funkstrecken einsetzen und nur dort wo es nicht anders geht das Internet benutzen. Die technischen Möglichkeiten bestehen ja. Es wird aber leider kaum so gemacht. Warum auch immer ...

      Derzeit ist es eher so wie Anton oben recht treffend schreibt: "Flächendeckender Einsatz mittels über das Internet verbundener Umsetzer". Dazu kommen dann noch die vielen ebenfalls über das Internet angebundenen HotSpots. Es gibt sogar Systeme, da ist direkt ein Mikrofon 'dran. Eine Funkverbindung wird dabei dann überhaupt nicht mehr benötigt. Da kann man dann wirklich fast schon das Smartphone mit Skype oder WA benutzen.

      Das Ganze erinnert zudem sehr stark ein kommerzielles System bzw. einen entsprechenden Diensteanbieter/Provider. Mich selbst haut das daher überhaupt nicht vom Hocker. Obwohl ich ein großer Fan der Digitaltechnik und auch jeder neuen technischen Spielerei bin. Vielleicht ist es bei mir einfach nur die "Faszination Funk". Aber genau dafür habe ich ja auch meine Lizenz gemacht ... ;)

      Schönen Gruß
      Frank, DL3DCW

      Nachtrag: Recht interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch so manche Webeaussage wie man sie manchmal in kommerziellen Anzeigen (CQ-DL, Funkamateur) findet: "Weltweit funken ohne Relais" oder "Weltweit funken über das Internet" (sinngemäß) ...

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „DL3DCW“ ()

      Hmm, ist denn nicht die HF absolut zentraler Bestandteil unseres Hobbys?


      Das ist es doch auch immer noch. Bis zum Einstiegsknoten, bzw. ab dem Ausstiegsknoten ist HF im Spiel.

      Nicht falsch verstehen: ich bin kein Freund der Internetverlinkung, verteufle sie aber nicht, weil die Vorteile grade für die kleinen Lizenzen und Standortgeschädigten auf der Hand liegen. Wer keine echte Chance hat, auf KW Betrieb zu machen, hat so über VHF/UHF immer noch die Möglichkeit, auch mal andere Kontiente abzugrasen. Rein auf HF - ohne die Nutzung großer Antennen, großer Leistung und/oder Sateliten, ist das für diese Funkamateure nunmal NICHT möglich. Für die ist das eine akzeptable Spielwiese.

      Für MICH ist das zur KW keine echte Alternative, dafür stochere ich zu gerne über die Bänder und krame auch mal ein schwaches Signal aus. Nebenbei nervt die "Nicht-Standartisierung" - denn wer mitspielen will, braucht wegen der Streuung heute zwangsläufig drei Geräte. Ich habe kein einziges digital-sprachfunkfähgies Gerät. Das wird so bald auch ganz sicher nicht passieren.

      Blöde wirds dann, wenn man über einen volldigitalen Einstieg Echolink und Konsorten im Prinzip als Skype-Ersatz verwendet.... Also ohne Funkgerät, vorm PC/Laptop/Tablet sitzend. Das ist definitiv kein Funk mehr - das ist Internettelefonie. Mehr nicht. Dafür hab ich keine Prüfung abgelegt.

      73 Jörg

      dl6ib schrieb:

      ich bin kein Freund der Internetverlinkung, verteufle sie aber nicht, weil die Vorteile grade für die kleinen Lizenzen und Standortgeschädigten auf der Hand liegen

      Ja, natürlich hat die Verlinkung große Vorteile. Da ist auch überhaupt nichts gegen einzuwenden. Das macht die Sache ja eigentlich auch erst so richtig interessant.

      Allerdings: Man muss zur Verlinkung doch nicht immer zwangsläufig und überall das Internet (und somit fremde Infrastruktur) einsetzen! Denn das geht inzwischen doch auch ganz prima über Funk. Und damit über unsere Frequenzen und über unsere Infrastruktur.

      Damit würde es erst so richtig toll. Und wir hätten etwas auf das wir sehr stolz sein könnten. Nämlich etwas eigenes und vor allem weitegehend unabhängiges. Am besten dezentral organisiert, ohne irgendwelche (Registrierungs-)Zwänge und offen sowie herstellerunabhängig.

      Scheinbar ist das aber nur (m)ein Traum ... ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „DL3DCW“ ()

      Denn das geht inzwischen doch auch ganz prima über Funk.


      Ich nehme an, Du spielst auf HAMNet an - alles andere ist überwiegend zu Schmalbandig und zu langsam. Die Userzugänge liegen im GHz-Bereich (13cm). Das ist nicht grade jedermanns Sache. Wenn es allerdings eine Verlinkung gäbe, die bei den Repeatern das Internet quasi durch Hamnet ersetzt, wäre alles wieder da, wo es hingehört ;) Den Stand weiß ich aber nicht - das ist dann nicht mehr so ganz meine Materie...

      dl6ib schrieb:


      Ich nehme an, Du spielst auf HAMNet an.
      Ja, denn genau dafür wurde das HAMNET u.a. erfunden, hi. Nämlich zur Vernetzung/Verlinkung von Relaisfunkstellen. Da es genauso wie das Internet auf TCP/IP basiert ist es eine ideale Infrastruktur dafür.

      dl6ib schrieb:

      Die Userzugänge liegen im GHz-Bereich (13cm). Das ist nicht grade jedermanns Sache.
      Es sollen ja auch nur die Relaisfunkstellen vernetzt werden, nicht die User selbst. Denn diese benutzen weiterhin wie gewohnt ihr Funkgerät auf 2m bzw. 70cm.

      dl6ib schrieb:

      Wenn es allerdings eine Verlinkung gäbe, die bei den Repeatern das Internet quasi durch Hamnet ersetzt, wäre alles wieder da, wo es hingehört ;)
      Genau so würde ich mir das wünschen. Also den AmateurFUNK wieder zurück auf die Amateurfunkfrequenzen holen. Wird zwar nicht überall völlig ohne Internet klappen, dass ist aber auch nicht weiter tragisch. Zumindest sollte wieder deutlich mehr (Amateur-)Funk im Spiel sein und nicht immer nur Internet.

      dl6ib schrieb:

      Den Stand weiß ich aber nicht
      Leider bauen alle mir derzeit bekannten Verlinkungskonzepte immer fast vollständig auf Internetverbindungen bzw. Internet-Infrastruktur auf. Meist sind sie zudem weitgehend zentral organisiert (globale Betreibergruppen/Registrierung etc.) und teilweise auch herstellerabhängig.

      Bei einem freien, unabhängigen, dezentralen und überwiegend auf Funkverbindungen basierenden System wäre ich sofort dabei. Zumindest lokal haben wir das hier vor Ort schon bei einigen unserer analogen Relais und ein paar HotSpots realisiert. Da kommen wir fast komplett ohne das Internet aus. Vielleicht gibt es so etwas ja auch irgendwann mal für DigitalVoice ...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „DL3DCW“ ()

      Also den AmateurFUNK wieder zurück auf die Amateurfunkfrequenzen holen.


      Das Problem ist, daß die Verlinkung zwar über HF, jedoch mit handelsüblichen WLAN-Geräten gemacht wird. Es wird auch schwierig, auf den Afu-Bändern eine entsprechende Infrastruktur abzubilden -> Bandbreite! Nebenbei muß dafür auch jemand die Hardware entwickeln - oder zumindest vorhandene modifizieren. Und da ist wieder das Problem von Zulassungen, ggf. sogar Patenten usw.....

      Wir sind halt keine Industrie und haben diesbezüglich wenig Lobby. AVM wird z.B. sicher keine Kleinserie für 13cm entwickeln, obwohls praktisch in der Nachbarschaft liegt. Aber für ggf. 1000 Knoten fangen die nicht an, ihre Hardware zu modifizieren, wenn sie "normale" Geräte zu zig-tausenden im Montat verscherbeln können und richtig Geld verdienen.

      73 Jörg
      Hallo Jörg,

      Du siehst da vermutlich ein Problem wo keines ist, hi. Denn die Infrastruktur ist mit dem HAMNET schon da. Zum Glück gibt es eine Menge sehr engagierter OM's und Sysops die in die Umsetzung in den letzten Jahren sehr viel Zeit, Geld und Mühe hereingesteckt haben. Manche Amateure benutzen bei ihren QSOs vielleicht sogar auch schon das HAMNET, ohne das ihnen dieser Umstand bewusst ist. Man merkt das nämlich meistens überhaupt nicht.

      Es gibt ausreichend Bandbreite und auch passende Hardware. Es braucht weder etwas neues entwickelt noch modifiziert zu werden. Zudem ist das alles recht preiswert und läuft natürlich auch auf Amateurfunkfrequenzen und mit Amateurfunkparametern. Es gibt auch kein Problem mit Zulassungen oder irgendwelchen Patenten. Vermutlich ist das HAMNET derzeit schon sehr viel weiter als so manchem bewusst ist ;-).

      Einen kleinen Überblick gibt es z.B. in der HAMNET-Datenbank unter www.hamnetdb.net. Dort einfach mal oben rechts auf "Map" klicken. Bei den blauen Linien zwischen den Standorten handelt es sich um Funkverbindungen; alle grün gefärbten Standorte sind QRV und auch online ...

      Schönen Gruß
      Frank, DL3DCW



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