Vom Old Man zum Fake Man

      Vom Old Man zum Fake Man

      auf >Anton< wurde geschrieben:



      Nach meinem letzten Post über DMR hat es nicht lange gedauert und Alfred OE5AKM stand auf der Matte - ein alter Bekannter. Sein Kommentar: Einspruch!, und ein Link auf seine Seite.

      Alfred ist ein passionierter Wanderer, der seine Expeditionen mit schönen Bildern auf seinem Blog dokumentiert.
      Für viele ist Alfred jedoch nicht ein Naturliebhaber, sondern ein rotes Tuch, wie man in einschlägigen Foren nachlesen kann. Denn Alfred hat eine Mission, und die heißt: Amateurfunk wird zu ARoIP - Amateur Radio over Internet Protocol. 
      Er ist der Meinung, unser Hobby müsse nicht zwangsläufig etwas mit Funkwellen zu tun haben und verlagere sich mehr und mehr auf den Draht, bzw. auf die Glasfaser. Darum spricht er - wenn ich das richtig verstanden habe - nicht von Amateurfunk, sondern von Amateur Radio. Denn der Begriff Radio beinhalte auch die drahtgebundene Übertragung.

      Hamsphere, eine Amateurfunk-Simulation über Internet, gehört für ihn zu dieser Sparte. Die simulierte Ionosphäre sorgt für Rauschen, Conteste und Diplome für den Adrenalin-Kick und der FM (Fake Man) kann sogar QSL-Karten verschicken. Prüfung und Lizenz sind nicht von Nöten. Für eine Handvoll Dollar ist man dabei  

      Ich habe nichts dagegen. Im Gegenteil, so werden unsere echten Bänder entlastet. Es soll schließlich jeder nach seiner Fasson glücklich werden. Leben und leben lassen gehören zum Ham-Spirit.
        
      Für mich ist Hamsphere jedoch wie Sex mit einer Gummipuppe. Eine clevere Geschäftsidee um den armen Teufeln, die keine Antenne aufstellen können oder dürfen, den Aether vorzugaukeln.  

      Ich kann mit Alfreds Philosophie nichts anfangen. Ich bevorzuge das echte Gefühl. 
      Amateurfunk, bzw. Amateur Radio findet für mich über elektromagnetische Wellen statt, die von meiner Funkstation via Antenne ausgesendet und empfangen werden.
      Verbindungen ausschließlich via Internet gehören für mich nicht dazu.

      Doch versteht mich nicht falsch: Das Internet ist auch für mich ein wunderbares Tool, ein Hilfswerkzeug für den Amateurfunk. Die Bauanleitungen, Foren, Online-SDR, Grabber, Blogs etc. bereichern unser Hobby ungemein. Auch wenn es vielleicht spannender wäre, ohne Cluster auf die DX-Jagd zu gehen und wieder die Bänder nach seltenen Stationen abzusuchen.

      Bild: https://euphonie-nocturne.blogspot.ch/2015_05_01_archive.html
        



      Quelle: http://funkperlen.blogspot.com/feeds/303554221131480713/comments/default