Antennenerdung auf nicht geerdeten Blechdach

      Antennenerdung auf nicht geerdeten Blechdach

      Hallo liebe OM's/YL's,

      ich wohne in einem älteren Haus ohne Blitzschutzanlage. Nun möchte ich auf dem Dach eine Antenne montieren, jedoch stehe ich vor der Frage der richtigen Erdung. Das Dach selbst ist ein Blechwelldach, welches nicht geerdet ist. Wenn ich dort nun einen Mast durch das Blechdachführe und dafür sorge das der Mast keine Verbindung zum Blechdach hat, ist es dann ausreichend nur den Mast und die Antenne zu Erden oder muss das Blechdach dann auch geerdet werden? Wie verhält sich das ganze bei einem Blitzeinschlag? Die VDE 0855 regelt die Erdung allgemein, mir macht aber das Blechdach sorgen. Danke für Eure Hilfe.

      73, de dc4sd
      Moinsen.
      Also mit Erdung hab ich mich auch beschäftigt und Blitzschläge auch mit Blitzableiter gesehen, die mich sprachlos gemacht haben. Wenn Dich der Blitz trifft, also nicht Dich sondern die Antenne :D, brauchst Du Dir um das Dach keine Sorgen mehr zu machen.
      Ich würde wenn, das Dach mit dem Mast verbinden und dementsprechend einen oder besser mehrere Staberder nach VDE0855 setzen. Wenn Du es denn kannst. Bei mir ist das Problem, der Boden ist sehr Felsig und somit für mich Hinfällig. Ich klemme die Antennen vom Gerät und gut ist.
      Im Moment treibt bei Amazon ein Troll sein Unwesen. Hier der Link ich bitte alle OM`s die Augen bzw die Ohren offen zu halten.

      Wer, Wie, Was. Der, Die, Das. Wieso, Weshalb, Warum. Wer nicht fragt beibt dumm :D
      Marcus mit "c" aus "winning country" (kleiner Insiderwitz)
      Hallo,

      Interessant wäre für mich wie das Dach aufgebaut ist, z.B. ob die Blechplatten elektrisch verbunden sind.
      Ich würde schon den Antennenmast und das Dach mit einem Blitzschutz versehen. Eine funktionsfähige Erde brauchst du dann leider immer.
      Eine Antenne auf dem Dach muss einen Blitzschutz haben damit du unter anderem auch versichert bist. Das sollte auch vom Fachmann aufgebaut oder zumindest geprüft sein. Eine Trennstelle zum Abtrennen der Antenne würde ich immer haben wollen und auch nutzen, auch mit ordnungsgemäßen Blitzschutz übersteht die Technik einen direckten Blitzeinschlag meist nicht. Meine Trennstelle ist auf dem Dachboden nah an der Antenne um soweit wie möglich von allen elektrischen Anlagen im Haus entfernt zu sein. Antennenkabel würde ich nicht mit dem Potentialausgleich verbinden, bei den Einschlägen die ich in meiner Armeezeit reparieren durfte hat das meist mehr geschadet als geholfen.
      Ich weis nicht was es für eine Antenne werden soll, für eine GP ist ein Blechdach eventuell sogar eine gutes Gegengewicht und die EMV-Messung unter dem Dach sollte sich auch verbessern gegenüber Ziegeldächern.

      vy73 de Andre'
      Dass berufsfremde OMs, die weder die für Antennensicherheit maßgeblichen Normen kennen noch Sekundärliteratur wie z. B. DEHN Blitzplaner oder VdB Blitzschutz-Montagehandbuch gelesen haben, eines Tages darauf verzichten normwidrige Mythen zu posten, werde ich wohl nicht mehr erleben.

      Afu-Dachantennen sind unabhängig vom Material der Dachdeckung blitzstromtragfähig an einen normkonformen Erder und auch mit dem für jedes Gebäude ohnenhin obligatorischen Schutzpotenzailausgleich zu verbinden. Vollständiger Potenzialausgleich ist noch wichtiger als möglichst niederimpedante Erdung, Separaterder sind gefährlich und waren für Antennenerdungen seit jeher unzulässig.

      Die häufigsten Blitze haben Stromstärken um 25 kA, 50 mm² Alu-Knetlegierung wird von einem sehr seltenen Monsterblitz von 200 kA um 52 K erwärmt, selbst ein 16 mm² Cu übersteht den mit 309 K Erwärmung, bei ebenfalls seltenen 100 kA wird der nur noch um 56 K erwärmt. Eine Kette ist aber nur so stark wie das schwächste Glied und das sind die Verbinder. Bei weniger als drei Ableitungen müssen Verbinder bzw. die Haupterdungsschiene gemäß Prüfnorm Klasse H = 100 kA zertifiziert sein. Es gibt keinen 100%tigen Blitzschutz aber bereits eine normkonforme blitzstromtragfähige Direkterdung nach den Anerkannten Regeln der Technik wirkt trotz der damit noch vorhandenen Teilblitzströme in die Antennenanlage und die daran angeschlossenen Endgeräte schadensmindernd.

      Blitzschutz ist Brandschutz. Zur Vermeidung brandauslösender Überschläge gibt es zwei Methoden:
      1. Isolation durch Einhaltung ausreichender äquivalenter Trennungsabstände = Vermeidung gefährlicher Näherungen
      2. Wo das nicht möglich ist, muss das Blechdach an den Erdungsleiter gebrückt werden
      Entweder muss also das Blech um den Antennenmast herum so weit durch nicht leitende Kunststoffteile ersetzt werden, dass die von der Blitzschutzklasse und Ableiterlänge abhängige Trennungsabstände eingehalten werden, oder das Blechdach wird einfacher mit zertifizierten Klemmen nach Klasse N = 50 kA an den Erdungsleiter wie bei einer Blitzschutzanlage angeklemmt.

      Die Schirme von aus Blitzschutzzone LPZ 0A ins Gebäude ein- oder ausgeführten Antennenleitungen sind stets möglichst nahe der Gebäudehülle in den PA einzubeziehen. Bei Direkterdung an Blitzschutzanlagen ist nach Normenreihe IEC 62305 der PA mit 4 mm² Cu zusätzlich an die HES zu vermaschen. Alles andere ist gefährlich und offenbart - wie auch bei den Separaterdern - nicht vorhandene blitzschutztechnische und normative Kompetenz der Autoren, die normwidrigen Unfug noch immer posten.

      Der Einfachheit halber zitiere ich meinen Beitrag von gestern in einem Afu-Parallelforum:

      "Dipol" schrieb:

      GEBETSMÜHLE AN:

      • Damit Erdungen von Dachantennen, welche dem Äußeren Blitzschutz zuzuordnen sind, ihre Funktion auch erfüllen können, müssen die Leiter (min. 16 mm² Cu, 25 mm² AL oder 50 mm² St/tZn/Alu/Cu) und Verbinder blitzstromtragfähig sein. Bei weniger als drei Ableitungen/Erdungsleitern müssen die Verbinder nach Prüfnorm Klasse H = 100 kA zertifiziert sein.
      • Für die Einbeziehung von Kabelschirmen und Komponenten von Haushaltsantennen sind normativ nicht blitzstromtragfähige Querschnitte für zusätzlichen Schutzpotenzialausgleich von min. 2,5 mm² Cu (geschützt) bzw. 4 mm² Cu (ungeschützt) ausreichend.
      • Davon abweichend sind für Funksende-/empfangsantennen, die sich an Mobilfunkantennen orientieren, als Erdungsleiter 50 mm² Querschnitt und als PA-Leiter min. 10 mm² Cu (bis 100 kA blitzstromtragfähig) gefordert.
      • Schäden durch Direkteinschläge sind geringer als die dadurch verursachten Überspannungsschäden in der Nachbarschafr, weshalb Blitz- und Überspannungsschutz ein ganzheitliches Konzept mit Absicherung aller Einfallstore erfordert.
        Daher ist für alle Gebäude mit einem "Blitzableiter" auch ein Innerer Blitzschutz mit SPD 1 Blitzstrom- und SPD 2 Überspannungsableiter zwingend vorgeschrieben.
      • Seit Oktober 2016 sind DIN VDE 0100-443 und DIN VDE 0100-534 in Kraft und nach Ablauf der einjährigen Übergangsfrist zu beachten.
      • Erdung und PA sind integraler Bestandteil der Elektroanlage und nach NAV § 13 Installationen konzessionierten Elektrofachkräften vorbehalten.
      • Jeder Handgriff an Blitzschutzanlagen ist qualifizierten Blitzschutzfachkräften vorbehalten, EFK mit Konzessionseintrag sind per se keine Blitzschutzfachkräfte und auch eine bestandende Afu-Prüfung bietet keine ausreichende Qualifikation.

      GEBETSMÜHLE AUS!


      73 Roland
      Heute kam pünktlich zum Thema die CQ-DL 8/17

      Das Titelthema wird auf, meiner Ansicht zuwenigen, 8 Seiten abgehandelt.
      Die ganze erste Seite ist gleich der Hinweis auf eine Elektronikversicherung.

      Mein Eindruck aus der Praxis ist übrigends, das die Ausführung des Blitzschutzes
      sehr sehr oft eine Gefühlssache ist. Normen und Fachleute kosten ja auch Geld..
      .. das weiss wohl auch die angebotene Versicherung. Zitat:
      "Sofern kein ausreichender Blitzschutz vorhanden ist (...) beträgt die Selsbtbeteiligung (...)
      20% des Versicherungswertes"

      Ich weiss nicht was von dem allen am traurigsten ist.

      Achso! Was ich eigendlich schreiben wollte *G* :
      Vielen Dank für die obige Abhandlung :)

      73`

      DG6AO schrieb:

      Heute kam pünktlich zum Thema die CQ-DL 8/17

      Danke für den Hinweis, ich habe soeben den Verlag um Überlassung des Artikels gebeten.

      DG6AO schrieb:

      Das Titelthema wird auf, meiner Ansicht zuwenigen, 8 Seiten abgehandelt.

      Na immerhin, nur hat die Zeitschrift nicht jeder OM.

      In diesem Forum gab es bereits 2008 zur DIN VDE 0855-300 einen Beitrag, in dem normkundige OMs den offenbar unausrottbaren normwidrigen Thesen widersprochen haben. OMs, die glauben es besser als von ihnen nie gelesene Normen zu wissen, wird vermutlich auch der Artikel nicht davon abhalten weiter gefährliche Empfehlungen mit getrennten Erdern und unvollständigem PA zu posten.

      "CQ-DL 8/17 schrieb:


      "Sofern kein ausreichender Blitzschutz vorhanden ist (...) beträgt die Selsbtbeteiligung (...)
      20% des Versicherungswertes"

      Ich lasse mich überraschen was die Versicherung unter Blitzschutz definiert.

      Das wäre nach meinem Kennisstand die erste Versicherung die für Afu-Antennen auf Gebäuden, für die baurechtlich kein Blitzschutzsystem gefordert ist, über die Normen für Antennensicherheit und VdS-Empfehlungen hinaus einen Äußeren und Inneren Gebäudeblitzschutz fordert.

      73 Roland