Eine kleine Weihnachtsgeschichte

      Eine kleine Weihnachtsgeschichte

      auf >Anton< wurde geschrieben:

      Es war einmal ein Professor auf dem Gebiet der Philosophie, der zugleich auch ein Ham war. Damit ist nicht etwa ein Schinken gemeint, wie das englische Wort vermuten lässt. Insider wissen, dass in den USA - dem Ursprungsland des Amateurfunks - mit Ham auch ein Funkamateur gemeint ist. Das beste Hobby der Welt heißt deshalb ennet dem Teich Hamradio. Drüben auf der anderen Seite ist halt vieles anders als in der alten Welt, so gibt es zum Beispiel auch Spam in Büchsen und nicht nur auf dem PC.



      Doch zurück zu unserem Professor. Der gute Mann kannte sich nicht nur in Philosophie aus, er wusste auch, was heutige Hams vielfach vergessen haben: dass die Antenne das wichtigste Element einer Funkstation ist, und nicht etwa die Funkkiste. Auch der teuerste und mit den besten Kennzahlen versehene Transceiver nützt nichts, wenn sich der Ham bloß einen Klingeldraht ans Fensterbrett nagelt.

      Aufgrund dieser Erkenntnis widmete sich der Professor vor allem den Antennen. Er studierte sie, untersuchte sie und schrieb unzählige Artikel über das wichtigste und zugleich schwächste Glied in der drahtlosen Kommunikation. Keine hochgestochenen Berichte voller Formeln, sondern Artikel für dich und mich: leicht lesbar und verständlich und mit Aha-Effekt.
      Dadurch wurde der Professor nicht nur auf dem Gebiet der Philosophie eine anerkannte Größe, sondern auch auf dem Gebiet der Antennen. Mehr noch: er wurde zum "Antennen-Papst".

      Doch wie in jedem Märchen gibt es nicht nur einen Guten, sondern auch einen...äh...etwas weniger guten Protagonisten. In unserer Geschichte nennen wir ihn Mister Stone.
      Als der Professor spürte, dass sich seine irdische Existenz dem Ende zuneigte, übergab er die Rechte an seinen vielen Publikationen an Mister Stone. Warum und wieso bleibt wohl für immer verborgen. Aber ich denke, der Professor glaubte, Mister Stone würde sein Erbe gut verwalten und der Gemeinschaft der Hams offen zugänglich machen.

      Das tat Mister Stone den auch. Doch Stone war nicht vom Hamspirit durchdrungen. Ja, keiner weiß, ob er überhaupt ein Ham war. Aber Mister Stone war ein Businessman. Er hatte unzählige Firmen gegründet - fünfzig wird erzählt. Und so kam es, dass Mister Stone aus dem Erbe des Professors ein Geschäft machte. Er ließ sich für den Zugang zu den vielen Artikeln über Antennen bezahlen.
      Dazu gründete er speziell eine Firma - wohl die 51ste - mit einem einprägsamen Namen.
      Wer sich in der Geschäftswelt etwas auskennt, der weiß, dass das X der stärkste Buchstabe des Alphabets ist. Und so verquickte Mister Stone die Antennen des Professors mit dem X.

      Viele Jahre bezahlten viele Hams viel Geld um des Professors Antennengeschichten zu lesen. Außer denen, die der Professor sonstwo publiziert hatte, zum Beispiel im QST. Die waren und sind immer noch frei zugänglich.

      Doch dann geschah etwas, mit dem niemand gerechnet hatte. Die Firma mit dem X von Mister Stone war eines Tages nicht mehr Online. Und wie wir alle wissen, ist nicht Online zu sein die grösste Katastrophe, die einen Menschen in seinem Leben treffen kann.
      Die Schatztruhe mit den vielen Antennengeschichten des Professors war plötzlich nicht mehr auffindbar. Was war geschehen? Wo war Mister Stone?
      Leider endet hier die Geschichte. Scheinbar ohne Happyend wie es bei guten Geschichten der Fall sein sollte.

      Aber noch ist nicht aller Tage Ende. Denn das Netz vergisst nichts, wie wir wissen. Und wer sucht, der findet.
      Zum Beispiel hier.

      Einer meiner Lieblinsartikel des Professors ist dieser hier. Darin berichtet er über seine fünf Favoriten: Allesamt Antennen für den kleinen Ham, der nicht über ein großes Grundstück verfügt.
      Es handelt sich dabei ausschließlich um Drahtantennen und natürlich um Antennen, die der Ham selber bauen muss. 






      Quelle: http://funkperlen.blogspot.com/feeds/5663043729503093874/comments/default